Essen war in unserer Familie schon immer ein wichtiges Thema

Neben dem allgemein bekannten Zweck der Ernährung – was für die Kriegs- und Nachkriegsgenerationen ohnehin wichtig genug war –, bedeutete Essen in früheren Zeiten meiner Familie auch Pause vom harten Arbeiten. Von harter Arbeit - oder einer wohlverdienten Pause davon - kann ich aus eigener Erfahrung nichts berichten, und so ist Essen für mich ein gemeinschaftliches Zusammenkommen der Familie. Traditionell wird bei uns abends eine Jause gegessen. Nachdem meine Mutter eher salzig isst, darf bei keiner Jause Wurst fehlen. Obgleich sie „eh nicht viel Wurst isst“, wie sie immer sagt. ;-) Und wenn ich mal was anderes als Jause abends vorschlage, ertappe ich sie immer wieder mal, dass sie sich danach eine Scheibe Wurst von der vorrätigen Stange herunterschneidet – fast schon heimlich in der Küche … und immer mit glänzenden Augen. Nach Jahren der Beobachtung dieser Genussmomente denke ich mittlerweile bei Wurst oft an meine Mutter. Nun, eine Wurst trifft kaum meinen Geschmack, aber Essen bringt meine Augen schon auch zum Glänzen. Bei mir wäre das wohl eher der Griesschmarrn.
Petra Ullmann